1. März 2007
CeBIT 2007
Mobile Multimedia mit optimaler Bild- und Tonqualität
Wer
Videos von dem heimischen Rechner per Handy abrufen will oder von
unterwegs auf eine Kamera an der
Haustür zugreifen will, der kann dafür die
"Netzwerk-Integrierten Multimedia
Middleware (NMM)" nutzen. NMM ermöglicht
es, Multimedia-Anwendungen, im Netz
verteilte Geräte und
Rechenleistung synchronisiert und
flexibel zu komplexen
Anwendungsszenarien zu verbinden. Neu
ist dabei, dass die Bild- und
Tonqualität automatisch an die
verfügbare Bandbreite von Netzwerken
angepasst wird. Außerdem ist NMM
jetzt neben Windows XP und
verschiedenen Linux-Plattformen auch
auf Windows Vista, Mac OS X sowie
dem Cell-Prozessor und PDAs
verfügbar. Die von Informatiker an der
Universität des Saarlandes
entwickelte Software, wird auf der CeBIT 2007 vom
15. bis 21. März in Hannover am
Forschungsstand des Saarlandes (Halle 9,
Stand B 65) präsentiert.
Die NMM-Software kann transparent auf alle im Netz vorhandenen
Geräte zugreifen.
Auch von unterwegs kann man Daten mit allen Multimediageräte
austauschen und
diese auch – und das ist bisher nur mit NMM möglich – beliebig aus
der Ferne
steuern. Dadurch entstehen ganz neue, "virtuelle" Geräte: Das
Handy kann über
GPRS oder UMTS das Fernsehprogramm vom heimischen Satellitenanschluss
empfangen und eine Aufnahme des Video-Recorders kann zeitgleich auf
beliebig
viele Geräten wie Fernseher, PDA, oder PC ausgegeben werden. Jedes
Gerät kann
unter einer anderen Plattformen laufen: Neben Windows XP und
verschiedenen
Linux-Systemen werden neuerdings auch Windows Vista, Mac OS X sowie der
Cell-
Prozessor der Playstation 3 unterstützt.
Die typischerweise genutzten Netzwerke wie WLAN, GPRS oder UMTS reichen
nicht
immer aus, um überall im Haus und unterwegs eine
gleichmäßige Bild- und
Tonqualität zu garantieren. Daher wurden jetzt in NMM Mechanismen
eingebaut, die
dafür sorgen, dass die verfügbare Netzwerkbandbreite
automatisch und global
optimiert auf die verschiedenen Audio- und Videodatenströme
verteilt wird. So kann
NMM bei schlechter Verbindungsqualität schrittweise die
Kompression erhöhen, den
Kompressionsalgorithmus komplett austauschen und bei Bedarf auch auf
einen
schnelleren Rechner auslagern. In extremen Fällen kann sogar die
Bildrate oder die
Auflösung automatisch abgesenkt werden. Sobald sich die
Verbindungsqualität
verbessert, werden diese Maßnahmen wieder rückgängig
gemacht, so dass Bild und
Ton immer optimal übertragen werden.
Die Möglichkeiten der NMM-Software-Architektur werden vom 15. bis
21. März auf
der CeBIT 2007 in Hannover am Forschungsstand des Saarlandes (Halle 9,
Stand B
65) anhand eines netzwerkfähigen Home-Entertainment-Systems
demonstriert.
Neben der automatischen Qualitätsanpassung der Audio- und
Videowiedergabe auf
mobilen und stationären Geräten zeigt ein Videowall mit vier
Bildschirmen die
synchrone Wiedergabe von Bild und Ton auf unterschiedlichen Plattformen.
Die NMM-Software, die das Team von Prof. Philipp Slusallek am Lehrstuhl
für
Computergraphik der Universität des Saarlandes entwickelt hat,
wird mittlerweile von
der Firma Motama GmbH vermarktet. Durch die flexiblen
Lizenzierungsmöglichkeiten
ist die entwickelte Multimedia-Architektur sowohl in Open-Source- und
Forschungsprojekten als auch kommerziellen Produkten einsetzbar.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
http://www.networkmultimedia.org/
und http://www.motama.com/
Pressefoto mit den Wissenschaftlern unter
http://www.informatik-saarland.de/06.Presse/03.Pressefotos/
Fragen beantworten Ihnen:
Michael Repplinger
Universität des Saarlandes
Tel.: 0681/302-3869
Email: repplinger@cs.uni-sb.de
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik an der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099 oder
Tel. 0511/89 59 71 32 (CeBIT-Messestand)
Email: presse@cs.uni-sb.de